Pecherei in der Region

Lange Zeit stellte die Pecherei, also die Gewinnung und Verarbeitung des Baumharzes von der Schwarzföhre die wirtschaftliche Lebensgrundlage vieler Familien in der Region dar. Nach dem Niedergang der Berufspecherei in den 1970er Jahren, hatte der Wert der Schwarzföhre für die Menschen der Region stark abgenommen.

Heute hat sich das Bild gewandelt: Das Interesse an traditionellem Handwerk wie der Pecherei steigt wieder und das Handwerk der Pecherei wurde 2011 in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Auf den folgenden Seiten finden Sie interessante Informationen zur Geschichte der Pecherei und zur Wirkung und Verwendung des wertvollen Harzes.

Harz (Pech) als Volksheilmittel

Das Wort Pech stammt aus dem Althochdeutschen „Peh“ (lateinisch Pix).
Schon die alten Griechen und Römer verwendeten das Harz als Heilmittel. Es wurde bei Erkältungskrankheiten der oberen Atemwege ebenso angewendet wie bei Frauenleiden, Kopf,- Zahn- und Ohrenschmerzen, Schwindel, als Heil- und Wundbalsam (bei offenen Wunden ebenso wie bei Eiterungen) , bei Harnwegsinfekten und Harnverhaltungen als treibendes Mittel. Hilfreich war das Pech gegen jede Form  von Entzündung wie z.B. Gelenksentzündung, Arthritis, Ischias, aber auch gegen Geschwüre, Fußpilz, Fieberblasen, Hauterkrankungen, Hämmorhoiden, Muskelverspannungen, trockene und harte Haut uvam.
Die Griechen haben es gegen Vergiftungen verwendet, die Inder nahmen es sogar bei Schlangenbissen.

Schon im 12. Jahrhundert kannte man bei uns die Anwendung von Harz als Hustenmittel und bei Nieren-Blasen-Leiden.
Jeder Pecherhaushalt stellte früher eine Pechsalbe ebenso selbst her wie eine mit Harz zubereitete Haushaltsseife. Harzpflaster war ein beliebtes Rheumamittel. Räucherungen mit Harz und Rinde praktizierte schon der Begründer der Medizin, Hippokrates.
Heute kann man oben angeführte, längst in Vergessenheit geratene Praktiken unserer Vorfahren im Rahmen von hierzulande einzigartigen Workshops noch beim Pecherpfad Hölles  erlernen.

Seit der Übernahme des letzten naturharzverarbeitenden Föhrenharzbetrieb in Europa Anfang der 1990er Jahre, dem Pecherhof Hernstein, wird dort Rohharz in kleinem Rahmen noch zu zahlreichen Produkten verarbeitet. Auch das Saupech, das bei der Schweineschlachtung zum leichteren Entfernen der Borsten verwendet wird, wird dort ebenso hergestellt wie Natur-Holzbalsam, Terpentin, ätherisches Schwarzkiefer-Duftöl uam.

Logo UNESCO Immaterielles Kulturerbe Pecherei in NiederösterreichIm Jahr 2011 wurde das überlieferte Handwerk der Pecherei auf Initiative der "Arbeitsgemeinschafte Niederösterreichische Pecherstraße" in das Nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der Österreichischen UNESCO-Kommission aufgenommen.

Nähere Informationen zu dieser Anerkennung finden Sie auf der Seite der Österreichischen UNESCO-Kommission.

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