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AussehenSchwarzfoehren Kronen

Mit ihren dunkelgrünen Nadeln, die sie besonders aus der Entfernung fast schwarz erscheinen lassen, trägt die Schwarzföhre (Pinus nigra ARNOLD = P. austriaca HOESS) ihren Namen durchaus zu Recht. Sie bildet in der Regel gerade, vollholzige Stämme aus und bei genügend Standraum eine breite, starkastige Krone, die häufig im Alter eine charakteristische Schirmform annimmt, vor allem auf flachgründigen Standorten.

Der Parapluiberg (parapluie = franz. Regenschirm) im südlichen Wienerwald verdankt diesen charakteristischen Schirmkronen seinen Namen.

Im Extrem, z. B. auf Korsika, kann die Schwarzföhre bei schlankem Wuchs bis 50 m hoch werden. In Österreich erreicht sie aber in der Regel nur 20–30 m, auf ihren natürlichen Extremstandorten nur um 5-10 m.

Die Schwarzföhre bildet eine schwarzgraue bis dunkelbraune Schuppenborke aus, oft im Alter, besonders in Freistand aber auch eine rotbraune, tiefgefurchte Tafel- oder Plattenborke.


Nadeln

Die (4)8-12(19) cm langen, 1-2 mm breiten, im Querschnitt halbrunden Nadeln sind mehr oder weniger starr, stachelspitzig und stehen wie bei Rotföhre (Weißkiefer, Pinus sylvestris L.) und Latsche jeweils zu 2 (ausnahmsweise 3), an der Basis von 10-12 mm langen, später kürzeren, häutigen Nadelscheiden umhüllt, an einem Kurztrieb.
Sie bleiben 3-5(8) Jahre am Baum.
Die Endknospen sind harzig und je stark zugespitzt; jene, in denen männliche Blütenzäpfchen entwickelt werden, zwiebelartig.


Blüte, Zapfen, SamenSchwarzfoehre Blueten Zapfen

Die Schwarzföhre blüht im Mai, etwa 10-14 Tage später als die Weißföhre. Die männlichen Blüten sitzen in gelben, eiförmigen Kätzchen, die zu 3-10 gehäuft an der Basis diesjähriger Zweige in der unteren Kronenhälfte stehen und sind größer als bei der Rotföhre. Die Mannbarkeit tritt im Freistand mit 15-20 Jahren, im Bestandesschluss mit 30-40 Jahren ein. Die weiblichen Blüten sind meist nur im oberen Teil der Krone als kurz gestielte, einzeln oder zu mehreren an der Spitze diesjähriger Triebe angeordnete, rote oder grüne Zäpfchen zu finden.
Die befruchteten Zäpfchen haben bis zum Herbst eine Länge von 13 und eine Breite von 9 mm, sind rötlichbraun und gestielt. Erst im nächstfolgenden Frühjahr beginnt das Wachstum der Zapfen wieder, diese sind erst im November des Folgejahres, also rund 20 Monate nach der Blütezeit vollständig ausgebildet.
Die rundlich-eiförmigen Zapfen sind wesentlich größer als bei der Rotföhre (5-8 cm), fast sitzend zu 2-4 beisammen und stehen meist rechtwinkelig ab, mit leicht oder stumpf gekieltem Schuppenschild. Der Nabel ist dunkelbraun und meist mit einem kaum spürbaren Dorn versehen.
Die Samen (5-7 mm lang, hellgrau, Flügel 4-5 mm lang) reifen im Herbst des 2. Jahres nach dem Pollenflug, doch öffnen die Zapfen meist erst bei zunehmender Sonnenwärme im zeitigen Frühjahr des Folgejahres.
Das Lösen der durch Wachs verschlossen gehaltenen Zapfenschuppen ist in der Nähe der Bäume deutlich mit tic, tic, tic zu hören. Sie werden alle 2-3 Jahre gebildet. Der Samen ist deutlich größer und durch seine helle Farbe leicht von den Samen der Weißföhre und der Bergföhre zu unterscheiden.


 

WurzelSchwarzfoehren karg

Die Schwarzföhre bildet eher Senkerwurzeln aus. Sie bildet weniger häufig als die Rotföhre ein Pfahlwurzelsystem und erweist sich als sehr anpassungsfähig an die Bodenverhältnisse.
Besonders markant ist ihre Fähigkeit, mit kräftigen, oft stark deformierten, aber trotzdem gesunden Wurzelsträngen in Felsspalten einzudringen und die mit Humus und Feinboden gefüllten Klüfte zu erschließen. In tiefgründigen Feinböden wiederum können die Senkwurzeln mehrere Meter tief reichen. Diese Fähigkeit verleiht der Schwarzföhre ihre bekannte Sturmfestigkeit.
In trockenen Gebieten verhindern jedoch verhärtete Schichten, wie die verkrusteten Kalkschotter des Wiener Neustädter Steinfeldes ein tieferes Eindringen.
Die Wurzeln breiten sich dann in den humosen Schichten stark seitlich aus und sind stark verpilzt. Unter dem Einfluss von Trockenheit und hohem Kalkgehalt des Bodens, die die Streckung der Zellen erschweren, können sich dabei die Wurzelspitzen sehr stark verdicken.
Bei höheren Feinbodenanteilen verzweigen sich die Feinwurzeln dicht büschel- oder fächerförmig.


Standortsansprüche

Als konkurrenzschwache Lichtbaumart, wenn auch zumindest in der Jugend weniger lichtbedürftig als die Rotföhre (Halblichtbaumart), kann sich die Schwarzföhre nachhaltig nur an Standorten behaupten, wo sie von anspruchsvolleren Arten, besonders Laubbäumen, nicht verdrängt werden kann.
Das ist außerhalb des eigentlichen mediterran-montanen Areals, so auf der Balkanhalbinsel und auch am Alpenostrand und in Slowenien, vor allem über Dolomit, dem klassischen Reliktsubstrat mit seinem grusigen Zerfall und ungünstigen Chemismus (Magnesiumreichtum) der Fall oder sehr reinen Kalken und hier besonders auf steilen Oberhängen, Rücken und im felsigen Gelände mit flachgründigen bis spaltengründigen Böden von Moder- bis zu Mullartigen Rendzinen. Ferner werden Kalk- und Serpentinböden in vergleichbarer Lage besiedelt, nur in den mediterran-montanen Teilarealen auch Silikatstandorte.
Am besten gedeiht die Schwarzföhre aber wie alle Baumarten auf tiefgründigen, frischen, lehmigen Böden und kann sich auch, wenn Konkurrenz fehlt, als Pionierart vorübergehend dort etablieren. Voraussetzung für das Ankommen der Verjüngung ist offener Boden, am besten nach Brand, der die Krautschicht und einen Teil der Humusauflage vernichtet hat (Brandkeimer).
Bei der Schwarzföhre ist der Wasserfaktor, nicht Kalk- oder Nährelementmangel, der begrenzende Faktor für ihre Wuchsleistung.


 

Klima

Die klimatische Spanne des Vorkommens der Schwarzföhre ist außerordentlich groß.
Für das niederösterreichische Schwarzföhrengebiet kann man etwa Jahrestemperaturen von 7 bis nahezu 10°C, um –0,5/-2° im Januar, 17 bis fast 20° im Juli und Niederschläge von 650-950 mm mit Sommermaximum annehmen.
Die Höhenverbreitung erstreckt sich hier im wesentlichen von 250-1250 m, Einzelbäume überschreiten am Schneeberg 1400 m.


 

Gefährdungen

Das Trieb- bzw. Kronensterben erfasst immer wieder die sekundären Bestände des Marchfeldes, tritt aber neuerdings auch in autochthonen Beständen an der Thermenlinie auf. Die primären Ursachen dieserSchwarzfoehre Triebsterben Krankheit scheinen nicht vollständig geklärt, unklar sind vor allem die Zusammenhänge zwischen dem Auftreten der Pathogene und möglichen Schwächungsfaktoren.
Außer Zweifel steht, dass biotische Faktoren unmittelbar zum Absterben der Triebe, Zweige und Äste führen, wobei pathogene Mikropilze entscheidend beteiligt sind.
Borken- und Prachtkäfer treten im Gefolge der Pilzinfektion in unterschiedlicher Intensität auf.
Haupt-Pathogen ist in den ostösterreichischen Schwarzföhrengebieten Sphaeropsis sapinea (= Diplodia pinea). Sphaeropsis verursacht seit 15 Jahren nahezu alle Triebsterbensprobleme bei der Schwarzföhre.
Bei dem seit 1991 in Ostösterreich grassierenden Schwarzföhrensterben waren bis etwa 2003 die naturnahen oder natürlichen Bestände am Alpenostrand verschont. Seit 2003 werden aber auch autochthone Bestände befallen.


 

Hybriden

Vereinzelt werden Individuen gefunden, die in einigen Merkmalen zwischen Schwarz- und Rotföhre zu stehen den Anschein haben und deshalb, meist von Forstleuten, als Hybriden aufgefasst werden. Leider fallen sie oft erst auf, wenn die Bäume gefällt sind.
Die Nadeln sind kürzer, die Zapfen kleiner, der Splint schmäler als normalerweise bei Pinus nigra üblich und an oberen Ästen kommen auch rote Rindenteile vor.
In diesem Zusammenhang sollte aber nicht vergessen werden, dass die Schwarzföhre, trotz ihres verhältnismäßig kleinen und zersplitterten Areals, in vielen Merkmalen eine erkleckliche Variationsbreite aufweist, was auf die Rotföhre mit ihrem riesigen, eurasiatischen Areal natürlich zumindest ebenso sehr zutrifft.
Wenn die beiden Föhrenarten in der Regel auch eindeutig voneinander unterschieden werden können, so überschneiden sich die Variationsbreiten in Merkmalen, wie beispielsweise Nadel- oder Zapfenlänge doch in erheblichem Ausmaß, sodass aus solchen Daten alleine, die ja eher den physiologischen Status des Individuums widerspiegeln, nicht a priori hybridogener Einfluss vermutet werden sollte.

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