Kaum eine Baumart wurde so vielfältig wirtschaftlich genutzt wie die Schwarzföhre. Die Holzproduktion stand dabei nie wirklich im Vordergrund, vielmehr bestand die Hauptnutzung dieser Baumart fast immer in der Harzproduktion und Streunutzung.

Der Einfluss der Beweidung durch Schafe und Ziegen hat sicher zur Entmischung der Laubbaumarten und gleichzeitig zur Ausbreitung der Schwarzföhre beigetragen. Wie groß der Druck auf den Wald war, geht daraus hervor, dass in futterarmen Jahren sogar zerriebene Nadeln der Schwarzföhre als Futterersatz verwendet werden mussten. Der Großteil der künstlichen Anbauten des Steinfeldes wurde zum Zwecke der Streugewinnung angelegt. Nachdem im 18. Jahrhundert die Landwirtschaft auf den ärmsten Böden aufgegeben werden musste, war die Gewinnung von Streu die lebensnotwendige Voraussetzung für die Viehwirtschaft und die Düngung verbleibender landwirtschaftlicher Flächen.

Das Holz der Schwarzföhre wurde für alle Zwecke verwendet, bei denen es auf besondere Dauerhaftigkeit ankommt: im Erd- Wasser- und Brückenbau. Besonders beliebt war die Schwarzföhre als Holzstöcklpflaster, vor allem für Wasserleitungsrohre und für Holzdecks auf Schiffen. Der hohe Brennwert, etwa 97 % von dem der Buche, führte zur Verwendung als „Bäckerholz“.

Eine nicht zu unterschätzende wirtschaftliche Bedeutung der Baumart lag im Samenhandel für Anbauten weit außerhalb ihres natürlichen Areals. Dass Wiener Neustadt heute noch ein Zentrum der Forstsamenaufbereitung und des Samenhandels ist, verdankt es der großen Auslandsnachfrage für Schwarzföhrensaatgut ab 1845. Der große Bedarf für Aufforstungen von Ödland in Frankreich führte nach ersten Darrversuchen in bäuerlichen Backöfen zur ersten gewerbsmäßigen Samen-Darre in Niederösterreich, der bald weitere folgten.

Über ihr natürliches Verbreitungsgebiet hinaus wurde und wird die österreichische Schwarzföhre auf großen Flächen für Karstaufforstungen, aber auch für die Aufforstung von Dünen und Grenzertragsböden in Westeuropa verwendet. Schon 1831 wird von Saaten berichtet, die „seit einer Reihe von Jahren in der Steyermark, in Böhmen, Mähren, Ungarn, insbesondere auf der Herrschaft Hollitsch im Sandboden, ferner in Österreich auf der Herrschaft Liechtenstein und bei Neustadt u.s.w. mit sehr gutem Erfolge vorgenommen“ wurden. In den Kronländern der österreichisch-ungarischen Monarchie wurde der Anbau der genügsamen Baumart stark gefördert.