a. Allgemein

Obwohl als Baum von der Weißföhre (Pinus silvestris L.) im Habitus und auch an den Nadeln deutlich zu unterscheiden, ist das Holz der Schwarzföhre (Pinus nigra A.) auf mikroskopischer Ebene nicht von dem der Weißföhre zu unterscheiden.

Weder der Querschnitt noch der Radial- bzw. Tangentialschnitt lassen an den einzelnen Zellformationen bzw. durch die Ausbildung der Zellen und Zellwände eindeutige Unterscheidungsmerkmale erkennen.

Auch das axial wie quer zur Stammachse verlaufende System von Harzkanälen gibt keinen sicheren Aufschluss über mögliche Unterschiede z.B. durch Häufung von Harzkanälen etc.

Betrachtet man jedoch einen Stammabschnitt, dann erkennt man zwischen der Weißföhre und der Schwarzföhre einen deutlichen Unterschied im jeweiligen Verhältnis von hellem Splintholz zu dünklerem Kernholz.

Der hohe Splintanteil bei Schwarzföhre ist wiederum die Ursache für den reichlichen Harzfluss aus dem Holzkörper bei etwaigen Verletzungen, wie sie auch bei der Harzung absichtlich provoziert werden. Grundsätzlich erfolgt die Harzbildung im Holzkörper streng lokalisiert in den Epithelzellen der Harzkanäle, die den Stamm in der Längs- und Radialrichtung durchziehen und dabei auch untereinander ein kommunizierendes Netzwerk bilden.

b. Verwendung und Einsatzpotentiale

Die Schwarzföhre verfügt über ein Eigenschaftsspektrum, das grundsätzlich ein sehr breites Anwendungsfeld ermöglicht. Gute Ware findet Einsatz im Bühnenbau und anderen Bautischlerarbeiten (z.B. Stiegenbau), es gibt wenig Tischlerware, häufige Verwendung als Dachstuhlholz bzw. Bauholz verschiedenster Art, als Profilholz im Innenbereich und für Außenschalungen, Einsatz für Kabeltrommel, Paletten und als Rundholz für Masten etc.

Die hervorragende Eignung für den Bühnen- und Stiegenbau ergibt sich u.a. durch die hohe Verschleißfestigkeit inklusive der Härte des Holzes. Durch den vergleichsweisen hohen Harzgehalt wird dabei das für Holz typische Knarren bei sich aneinander reibenden Holzteilen vermieden. Am Beispiel einer mehrschichtigen Massivholzdiele für den Fußboden ließe sich auch das Spektrum der anfallenden Güteklassen optimal einsetzen und eine dekorative Oberfläche mit hoher Verschleißfestigkeit erzielen.

Natürliche Merkmale wie Aststrukturen, besonders dekorative Zeichnungen usw. lassen sich durchaus auch im Möbel- und Innenausbau umsetzen, wobei die für Nadelholz vergleichsweise hohe Härte ein zusätzliches Argument sein kann.

Der starke regionale Bezug könnte in Verbindung mit dem Verständnis für die natürlichen Merkmale wie Äste, ausgeprägte Textur usw. ein wichtiges Verkaufsargument sein: Das Holz aus der Region in Holzprodukten für die Region.