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Üblicherweise ist über die Schwarzföhre nicht sehr viel bekannt, außer, dass sie sehr schwer und sehr harzreich ist! Dabei wird sie in wissenschaftliche Kreisen auch als „berühmteste Baumart Österreichs“ bezeichnet und das aus zwei Gründen: Sie wurde in Österreich erstmals botanisch richtig beschrieben und Samen aus Österreich wurde in die ganze Welt zur Aufforstung von Karst- und Dünenflächen verwendet, sodass sie international auch als „austrian pine“ - eben österreichische Föhre - bezeichnet wird.

Die Hauptbedeutung hat sie aber ihrem Harzreichtum zu verdanken. Die Pecherei war im südlichen Niederösterreich der Broterwerb für Generationen von Pechern, Waldbesitzern und Menschen, die diese Produkte zu Rohstoffen für die Papier-, Lack- und chemische Industrie weiterverarbeiteten. Die Schwarzföhren wurden dazu angeharzt, das heißt die Borke bis auf das Holz entfernt und so der Harzfluss angeregt. Das ausfließende Pech wurde zuerst in Eintiefungen am Fuße des Baumes, später in eigenen Häferln aufgefangen. Ende der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts kam aufgrund von billigen Importen und der synthetischen Erzeugung von Konkurrenzprodukten das Aus für diesen Wirtschaftszweig. Der Schwarzföhrenwald war über Nacht nichts mehr wert. Aufgrund der so überwiegenden Bedeutung der Harzverwertung wurde das Holz wenig bis kaum beachtet. Lediglich die Eigenschaft, dass sich durch den hohen Harzgehalt Löcher im Holz, die z.B. auf Bühnen durch das häufige Montieren und Entfernen der Kulissen entstehen, rasch wieder schließen, sicherte der Schwarzföhre die Verwendung als Bühnenboden. Das war natürlich für eine geregelte Holzverwendung zu wenig.

Mitte der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts begann die Nö. Landes-Landwirtschaftskammer im Rahmen mehrerer Untersuchungen, die holztechnologischen Eigenschaften des Schwarzföhrenholzes zu erforschen an deren Ende überraschende Ergebnisse standen. So ist das Holz der Schwarzföhre das härteste heimische Nadelholz und zudem schwer brennbar. Mehrere kleine und mittlere Sägewerke und ein Großsägewerk begannen vermehrt Schwarzföhren einzuschneiden und schufen damit einen Markt für das anfallende Holz.

Wissenschaftliche Untersuchungen über den Zusammenhang zwischen Klima und Jahrringverlauf der Schwarzföhren ergaben einen engen Zusammenhang zwischen Niederschlagsmenge in der Vegetationszeit und Breite der Jahrringe. Eine kleine wissenschaftliche Sensation war aber die Tatsache, dass im Zuge der Untersuchungen die Zeitreihen immer länger wurden. Die ältesten Bäume waren nachweislich über 800 Jahre alt. Diese stehen meist auf Felsen sind 25 bis 30 cm stark und nur wenige Meter hoch. Diese Bäume sind damit nachweislich die ältesten, wissenschaftlich datierten Bäume Österreichs.

Ein Autorenteam aus 17 Personen hat nun alles Wissenswerte über die Schwarzföhre in einem Buch mit über 400 Seiten zusammengetragen. Neben wissenschaftlich fundierten Beiträgen zur Baumart und ihren Eigenschaften, ihrem Vorkommen und den Holzeigenschaften und eine umfangreiche Darstellung der Pecherei und der Harzverwertung, runden Beiträge zur Wald- und Forstgeschichte, zu Schwarzföhren in Wappen, Lied, Gedicht, Sagen und Märchen, sowie eine Sammlung interessanter Bäume und Holzverwendungen das Bild ab.