Pernitz und die Schwarzföhre

Die Gemeinde Pernitz liegt im Verbreitungsgebiet der Schwarzföhre und daher ist der Anteil dieser Baumart am Waldbestand im Piestingtal entsprechend hoch. Mit zunehmender industrieller Nutzung des Harzes lieferten auch die Bauern und Pecher von Pernitz einen erheblichen Teil dieses Rohstoffes, welcher in den sogenannten „Pechkucheln“ als bäuerlicher Nebenerwerb produziert wurde. Es wurde hier das hauseigene Brennholz verheizt und in einfachen Kupferkesseln mit Haube das Harz in Terpentinöl und Kolophonium zerlegt.


Von dieser bäuerlichen Pechsiederei ausgehend entwickelte sich die industrielle Harzverwertung durch die Einrichtung von Dampfraffinerien. Aus einer in 1810 gegründeten Pechhütte entstand der Vorläufer der Piestinger Harzfabrik, die Dampf-Harzraffinerie und Patentfetterzeugung von Carl Singer in Pernitz. Dieser wichtige Baustein zur Industrieentwicklung im Piestingtal war auch Arbeitsgeber für viele Bewohner unserer Gemeinde und deren Umgebung. Die Familie Singer widmete sich später dem Gastgewerbe und verkauft die Raffinerie an den Wiener Schuhpasta-Fabrikanten Schmoll.
Als Betriebsführer wurde der Gründer der Hollingersäge, Fritz Gorga betraut, welcher die Kessel der Raffinerie mit den Abfallprodukten, den Sägespänen beheizte. Trotz dieser vorindustriellen Wertschöpfung wurde die Pechsiederei verkauft und 1929 stillgelegt. Die Schwarzkiefer und ihre Produkte, vor allem das Holz, haben aber hier bei uns weiter Bedeutung, und die Verwendung als Bau- und Tischlerholz, sowie als Bühnenboden mit besonderen Eigenschaften ist bekannt. Das Musikheim in Pernitz ist jedoch mit einem besonders robusten Holzboden aus stehenden Schwarzkiefer-Kanthölzern ausgestattet. Bgm. Hubert Postiasi und GfGr. Robert Grabenweger sind stolz auf diese besondere Holzverwendung aus dem Rohstoff der Gemeinde.

Allgemeines:

Urkundlich wird Pernitz wird 1165 erstmals im Falkensteiner Codex erwähnt. Die Pfarre lässt sich seit 1327 nachweisen. Mit dem Kauf von Pernitz durch den Grafen Hoyos 1632 begann der wirtschaftliche Aufstieg des Ortes, der durch die Pest 1679 und den Einfall der Türken 1683 auf Jahrzehnte unterbrochen wurde.

Heute ist Pernitz mit rund dreitausend Einwohnern, etwa neunzig Betrieben aller Branchen und der Papierfabrik in Ortmann das Industrie- und Wirtschaftszentrum des Piestingtales.

Das umfangreiche Angebot an Sport- und Freizeiteinrichtungen, sowie zahlreiche Veranstaltungen bieten Unterhaltung für jeden Geschmack. Doch auch wenn Sie „nur“ die wunderschöne Umgebung genießen möchten, werden Sie sich in Pernitz sicher wohl fühlen.

Freizeitmöglichkeiten:

Zahlreiche Spazier- und Wanderwege laden zum Wandern ein, Skaterpark, Minigolfanlage und Freibad in Neusiedl bei Pernitz, Biedermeiertal-Radweg